Über den Wolken

 

Nach dem gestrigen Ruhetag ging es heute mit leicht dezimierter Truppe noch einmal in Richtung Osten. Falk ist ja bereits gestern wieder in Richtung Heimat geflogen und Michas Befinden ließ eine Tour noch immer nicht zu, so dass unser Minipeloton heut noch aus 7 Mitfahrern bestand. Nicht lang nach dem Abfahrt waren es nur noch sechs: Siggi musste mit Kettenriss eine längere Reparaturpause einlegen und trat dann direkt den Rückweg an. Der Rest umging heut mal den Tunnel der "alten" Streckenführung der Küstenstraße. Das bedeutete zwar zusätzliche Höhenmeter aber auch zusätzliche Aussicht. Immer am Meer entlang ging es in Richtung Almunecar und weiter nach Motril. Nach einem kurzen Abstecher zum Meer am Hafen von Motril suchten wir uns nach 55km entlang der Küste im Zentrum ein Plätzchen für die Mittagspause. Recht unverhofft fanden wir hier das kulinarische Highlight dieser Woche, zumindest was die Verpflegung auf der Tour angeht. Sehr leckere Pizza und Käsekuchen mit Honig und Nüssen, das ganze eingenommen unter großen Palmen im Schatten der Sonne - es gibt Schlimmeres im Radlerleben.

Gut gestärkt ging es dann wieder etwas ins Hinterland. Wir verließen Motril, durchfuhren einige kleinere Ortschaften und machten uns an den Aufstig zum Collado de Itrabo, einem zum Vergleich der letzten Tage eher gemäßigten "Hügelchen": in etwa 6km Anstieg ging es mit mäßiger und gut zu fahrender Steigung auf gut 500 Meter Höhe. Oben bzw. während der Auffahrt wurden wir von einer 20-köpfigen Gruppe Engländern "überrollt". Ich weiß nicht ob sie ein Ausscheidungsrennen fuhren oder es einfach nur eilig hatten - einige von Ihnen sahen jedenfalls aus und hörten sich an als würden sie zeitnah vom Rad fallen. Naja, wir ließen es weiter entspannt angehen, die folgende Abfahrt über 13 km war jedenfalls gut zu fahren und brachte uns zügig wieder an die Küste. Auf identischem Rückweg ging es dann zurück nach Nerja. Fast hätten wir allerdings noch die Julia verloren: an ein kleines Steinbockbaby das am Straßenrand stand. Aber wir waren zu schnell vorbei, als dass diese Liebe weiter wachsen und gedeihen und unser Gruppetto noch weiter verkleinern hätte können. So erreichten alle nach gut 100km mit auch wieder 1600hm (flacher geht hier irgendwie einfach nicht) unseren Heimatort.

Ich gönnte mir zum Abschluss des Tages noch eine kleine Extrawurst und bog kurz vor Nerja noch einmal ab in die Berge. Ich hatte von einer super zu fahrenden kleinen Straße gelesen und wollte mir das nochmal anschauen. Ein Manko: Sackgasse. Aber was tut man nicht alles für Aussicht. Also auffwärts durchs Tal des Rio de la Miel. Während unten am Meer am nachmittag dicker Dunst aufzog, war ich hier recht schnell wieder raus aus den Wolken. Die Straße hielt was versprochen war, super asphaltiert und minütlich neue Aus-, Weit- und Tiefblicke. Die mit weißer Farbe auf die Straße gemalten Motivationssprüche und Namen (wohl der hiesigen Radsportprominenz) deuteten darauf hin, dass hier wohl ab und an mal ein vereinsinternes Bergzeitfahren ausgetragen wird. Dafür auf jeden Fall perfekt geeignet. Die Straße wurde nach oben hin zwar etwas schmaler, der Asphalt blieb allerdings super und ich traf auf den 13km genau ein Auto. Schon wieder ne Traumstraße und offensichtlich noch ein Geheimtipp, denn nicht mal bei quaeldich.de war dazu etwas zu finden. Oben dann ein auf die Straße gemalter freundlicher Hinweis auf die Bestzeit (32:04min - naja, man braucht ja noch Ziele) und ein weiter Rundumblick über den Wolken. Einfach grandios diese Extrawurst!

 

 

https://www.strava.com/activities/970833150

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